Gelesen | Gillian Flynn Gone Girl

20. Januar 2017


Die Story

Amy und Nick Dunne sind seit 5 Jahren verheiratet, Mitte 30 und lebten bis vor Kurzem in New York. Nachdem aber beide ihren Job verloren, beschloss Nick, seiner Schwester bei der Pflege seiner krebskranken Mutter zu helfen und da Amy keine Gründe gegen einen Umzug vorbringen konnte, zog sie widerwillig mit ihrem Mann zurück in die Provinz von Missouri.
Die eigentliche Geschichte beginnt an sich an ihrem 5. Hochzeitstag, Amy bereitet gerade das Frühstück zu, was Nick merkwürdig findet. Bereits hier und mit diesem Gedanken wird klar: richtig glücklich ist diese Ehe nicht.
Nick verlässt das Haus und taucht gegen Mittag in der Bar auf, die er zusammen mit seiner Schwester mit Geld aus Amys Treuhandfonds eröffnet hat. Dort erhält er einen Anruf von seinem Nachbarn, der sich wundert, weil die Haustür der Dunnes bereits seit einer ganzen Weile offen steht. Zuhause findet Nick ein verwüstetes Wohnzimmer vor, das Bügeleisen im ersten Stock ist noch an. Von Amy keine Spur.
Da Amy durch ihre Eltern, den Autoren der Buchreihe "Amazing Amy", einen gewissen Bekanntheitsgrad hat, ist Medienrummel vorprogrammiert. Es dauert nicht lange und Nick wird, angefangen durch sein fehlendes Alibi und durch viele weitere kleine Puzzleteile, zum Hauptverdächtigen der Polizei.
Das war meine elfte Lüge. Die heutige Amy war manchmal durchaus aggressiv genug, dass man sie verletzen wollte. Ich spreche ausdrücklich von Amy, wie sie jetzt ist, denn sie ist anders als die Frau, in die ich mich verliebt habe. In wenigen Jahren hat die alte Amy, das Mädchen mit dem breiten Lachen und der entspannten Art, buchstäblich ihre Haut abgestreift, hat sie mitsamt ihrer Seele auf den Boden fallen lassen, und heraus kam die neue, spröde, bittere Amy. Meine Frau war nicht mehr meine Frau, sondern ein Wirrwarr aus verknotetem Stacheldraht, der mich herausforderte, ihn zu entwirren, wozu ich mit meinen dicken, tauben, nervösen Fingern jedoch absolut nicht in der Lage war. Meinen Bauernfingern. Meinen Hinterwäldlerpranken, untrainiert in der komplizierten, gefährlichen Aufgabe, das Problem Amy zu lösen. 

Gone Girl wird aus den beiden Perspektiven von Nick und Amy erzählt. Nick erzählt in der Gegenwart, von Amy lesen wir Rückblenden in Form von Tagebucheinträgen. Im ersten Teil des Buches schildert Amy so die Anfänge und den Verlauf ihrer Ehe, den Umzug und die Zeit in Missouri.
Es fällt auf, dass die Sichtweise auf ihre Ehe nicht unterschiedlicher sein könnte. Nick wirkt sehr frustriert, desillusioniert und passiv-aggressiv im Bezug auf Amy, während diese zwar kleine Probleme sieht, die Ehe aber im Großen und Ganzen positiv darstellt, ihren Mann liebt und versucht, verständnisvoll zu sein.
Im zweiten Teil des Buches kommt dann die große Wendung, die mich wirklich überrascht hat. Krasse Nummer.  
"Zieh das an, zieh das nicht an. Erledige das jetzt gleich, erledige jenes, wenn du Zeit hast, und damit meine ich, sofort. Und gib unbedingt die Dinge, die du liebst für mich auf, denn nur so kannst du mir beweisen, dass du mich am meisten liebst." Der weibliche Pisswettbewerb - bei unseren Buchclubtreffen und beim Happy-Hour-Cocktailschlürfen reden Frauen am allerliebsten über die Opfer, die ihre Männer für sie bringen. Alles nach dem Call-and-Response-Prinzip und unsere Antwort lautet: "Ohhh, das ist so süß!" 

Charaktere

Ich darf vorwegnehmen: im wahren Leben will man mit solchen Menschen nichts zu tun haben. Wirklich nicht. Amy und Nick sind verwöhnte, egoistische Menschen, ihre Gedanken sind erschreckend und können einem die Haare zu Berge stehen lassen.
Nick verbirgt irgendetwas und man will unbedingt erfahren, was es ist. Er ist ein frauenverachtender, egoistischer Mann, der seine Frau wie Dreck behandelt und man will ihn eigentlich permanent anschreien oder etwas schweres auf ihn werfen.
Aber was viel überraschender ist: irgendwann wird klar, dass Amy Nick noch toppt. Amys Figur ist so abstoßend, dass man fast sogar anfängt, Mitleid und Verständnis für ihren armen, armen Mann aufzubringen - was mich wirklich fertig gemacht hat. Wie schlimm muss jemand sein, damit wir dem anderen Teil seine widerlichen Taten und Handlungen fast schon verzeihen können? Heftig!


Gone Girl ist eine Geschichte, die ich mir selbst niemals hätte ausdenken können und die manchmal bestimmt irgendwie abstrus wirkt, dennoch finde ich sie absolut glaubwürdig und auch wenn ich persönlich Handlungen und Reaktionen der Charaktere nicht immer nachvollziehen kann, finde ich sie dennoch authentisch.

Für mich geht es in dem Buch vor allem um die Lügen einer Ehe. Wen heiraten wir überhaupt, mit wem gehen wir eine Beziehung ein? Was tun, wenn der wahre Charakter des Partners erst nach Monaten oder Jahren zum Vorschein kommt und uns zu Beginn der Beziehung einfach nur eine Rolle vorgespielt wird?
Könnt ihr euch vorstellen, wie es ist, wenn man seinem Partner, seinem Seelenpartner, endlich sein wahres Selbst zeigt und er kann es nicht leiden? So nahm der Hass seinen Anfang.
Ein weiteres Thema des Buches ist für mich die heutige Rolle der Medien.
Zeitungen, Lokalfernseher, nationales Fernsehen - ganz Amerika urteilt über Nick und hält ihn für schuldig, obwohl noch nicht einmal eine Leiche gefunden wurde und nur Ìndizien gegen ihn sprechen. Was noch erschreckender wird, wenn man bedenkt, wie das Justizsystem in Amerika funktioniert, Stichwort Geschworenenprozesse. Vorverurteilung und Beeinflussung sind allgegenwärtig, Medien streuen Gerüchte und Mutmaßungen und in den Köpfen der Menschen formt sich nur allzu schnell ein Bild.
Wir alle kennen das und ich behaupte mal, dass keiner dagegen zu 100% gefeit ist. Auch ich lasse mich immer wieder beeinflussen, auch wenn man das sicher nicht gerne zugibt und mich erschreckt es. Ich finde es daher gut, dass das Buch auch dies thematisiert und da vielleicht ein wenig zum nachdenken anregt.

Das größte Thema und der perfekte Untertitel ist aber: das perfekte Opfer. Die Frage ist bloß: wer von beiden ist am Ende eigentlich das Opfer?



Meine Meinung

Gone Girl ist kein typischer Thriller. Der erste Teil des Buches ist quasi eine Bestandsaufnahme der Ehe, es passiert nicht sehr viel. Erst im zweiten Teil nimmt die Geschichte Fahrt auf. Ich habe oft gehört und gelesen, dass Leser den ersten Teil öde fanden und das Buch teilweise gar nicht weiter gelesen haben. Ich fand ihn aber sehr spannend und vor allem extrem wichtig für die weitere Handlung.
Ich bin aber auch der Meinung, dass das Buch nichts für jeden ist. Leser, die sich sympathische Hauptfiguren oder ein Happy End wünschen, werden das Buch nicht mögen. Das Ende hat auch mich mit einer hochgezogenen Augenbraue hinterlassen, aber genau mag ich an diesem Buch! Ich finde, es passt perfekt! Aber genauso glaube ich eben, dass andere Leute das Ende als absolut an den Haaren herbeigezogen finden werden. Ein anderes Ende hätte dem Buch sicher nicht geschadet, aber so ist es doch auch mal was anderes!
Ich mochte Gone Girl sehr, fand es aber auf eine andere Art spannend, als den typischen Thriller. 

Habt ihr das Buch schon gelesen oder den Film gesehen? Was haltet ihr von der Story?

Kringle Candle | Cozy Christmas & Ginger Snow Angel

17. Januar 2017

Kurz vor Weihnachten bin ich auch in unserem Saarbrücker TK Maxx in Sachen Kringle Candle endlich fündig geworden. Ganze drei Kerzen habe ich mir an dem Tag eingepackt und wären nicht noch Weihnachtsgeschenke fällig gewesen, hätte ich auch noch mehr kaufen können. Da sind wirklich ein paar richtig tolle Düfte dabei.
Was es bei TK Maxx aber leider nicht gibt, sind die super praktischen kleinen Daylights. Das sind große Teelichter, die bis zu 12 Stunden Brenndauer haben sollen und die daher super geeignet sind, um die Düfte erst einmal auszuprobieren, bevor man direkt in ein teures, großes Glas investiert. 
Ich habe mich deshalb sehr gefreut, als Beautymango mich benachrichtigte, dass ich bei ihrem Adventskalender fünf der Daylights in unterschiedlichen Duftrichtungen gewonnen habe, die mir bis dahin völlig unbekannt waren. 

Cozy Christmas


Tannennadeln, Sandelholz, Zedernholz, Brennholz, Orange, Vanille, Muskat

Ich stehe ja total auf frische, cleane Düfte. Im Winter darf es auch ruhig mal etwas süßer zugehen, aber dieser Duft war mal wirklich etwas anderes. Ich musste ein paar Mal daran schnuppern, aber nun liebe ich ihn! Cozy Christmas ist ein sehr gemütlicher Duft, perfekt für einen kuscheligen Abend auf der Couch mit einem guten Buch und einer heißen Tasse Tee. Im Schlafanzug, versteht sich von selbst. Das Cover trifft das Gefühl dieser Kerze aber eigentlich perfekt: Weihnachten vor dem knisternden Kamin, Tee oder Glühwein inklusive.
Ich hatte bisher noch keine Kerze mit einer solch holzigen Note, aber muss zugeben, dass ich diesen Duft als ausgesprochen angenehm und gemütlich empfinde. Ich glaube, ich brauche mehr Düfte, die in diese Richtung gehen.

Ginger Snow Angel


Ingwer, Brauner Zucker, Zimt, Muskatnuss, Lebkuchen, Vanille

Für mich ein sehr gewöhnungsbedürftiger Duft, den ich mir nach einem ersten Probeschnuppern wahrscheinlich eher nicht gekauft hätte. 
Ginger Snow Angel riecht wie eine wilde weihnachtliche Gewürzmischung, bleibt aber durch den Ingwer auch leicht frisch. Ich kann die Muskatnuss deutlich herausriechen und denke, dass es diese Komponente ist, die mir persönlich in der Zusammenstellung nicht so sehr zusagt. 
Man riecht aber auch deutlich die süßen Gewürze heraus. Dennoch ist der Duft nicht schwer, durch den Ingwer hat er, wie bereits gesagt, immer noch etwas frisches, spritziges. 
Für mich definitiv mal was anderes, das mich mal aus meiner Comfort Zone lockt, denn je öfter ich daran rieche, desto interessanter finde ich Ginger Snow Angel.

Habt ihr denn bereits Düfte von Kringle Candle ausprobiert? Welches sind eure Lieblingsdüfte - ich brauche dringend Tipps!

Worth the hype? | Laura Mercier Translucent Loose Setting Powder

6. Januar 2017

Worth the hype, Laura Mercier, Translucent Loose Setting Powder Review

Im letzten Jahr habe ich auch irgendwie an Pudern meinen Narren gefressen. Es gibt viele gute Puder aus der Drogerie, die ich sehr gerne mag und die mir grundsätzlich auch im Alltag völlig ausreichen. Aber nach dem Chanel Puder und der Hourglass Palette war mir klar, dass Puder viel mehr können, als die aus der Drogerie nun mal leider hergeben. Das war mir vorher gar nicht so bewusst. Ich dachte immer, Puder sei nun mal Puder und da gäbe es keine allzu großen Unterschiede. Mittlerweile weiß ich das besser und so war klar, dass ich mir irgendwann unbedingt das hochgelobte Laura Mercier Setting Powder zulegen musste. Leider führt unser Karstadt in Saarbrücken die Marke seit mittlerweile einigen Jahren nicht mehr (hat das was mit dem Vertrieb über Douglas zu tun?!) und bei Douglas war es monatelang ausverkauft. 
Als es am Black Friday 20% gab, war meine Hoffnung also nicht allzu groß. Aber was soll ich sagen - Wunder geschehen wohl doch! Hehehe.



Laura Mercier
Translucent Loose Setting Powder
29 g
42,99 € bei Douglas

Inhaltsstoffe
Talc, Magnesium Myristate, Nylon-12, Caplrylic/Capric Triglyceride, Ethylhexylpalmitate, Zea Mays (Corn) Starch, Sodium Dehydroacetate, Methylparaben, Lauroyl Lysine, Propylparaben, Polymethyl Methacrylate, Butylparaben, Ascorbyl Palmitate, Glycine Soja (Soybean) Oil, Tocopherol, Methicone. 
May contain: Ultramarines (CI 77007), Iron Oxides (CI 77491, CI 77492, CI 77499) 



Die Dose ist Laura Mercier-typisch unspektakulär und schlicht gehalten. Auch wenn sie keine mordsmäßige Schminktischzierde wie das Chanel Puder ist, finde ich sie dennoch ganz hübsch und vor allem stabil und hochwertig. 
Wie viele andere lose Puder hat das Setting Powder einen Sieb-Einsatz, damit immer nur eine kleinere Menge an Produkt nach oben kommt. Im Eifer des Gefechts habe ich die komplette Folie abgezogen, anstatt sie - wie es der kluge Makeup-Junkie tun würde - zunächst mal in der Mitte durchzuschneiden. Dennoch gibt es kein komplettes Pudermassaker, denn es kommt nur eine begrenzte Menge Produkt durch den gelöcherten Deckel nach oben. Zumindest wenn man es im Hausgebrauch einmal umdreht - auf Reisen bzw. in der Handtasche hab ich das Puder bisher nicht mitgenommen, da sähe die Sache eventuell anders aus.

Ich stippse immer mit dem Pinsel leicht in das Puder hinein und klopfe ihn dann über dem Deckel ab, bzw. verteile die aufgenommene Menge gleichmäßig, indem ich das Puder in die Haut presse. Ich streiche nicht mit meinem Pinsel über das Gesicht, sondern drücke und rolle ab. Ich hoffe, man versteht, was ich meine! 
Oft habe ich auch gesehen, dass das Puder sehr für die Baking-Methode geeignet sein soll. Hierfür nehmen die meisten Damen ihren leicht feuchten Make Up Schwamm und tragen das Puder in einer sehr dicken Schicht auf, lassen es eine Weile einwirken und wischen dann den Überschuss mit einem Pinsel weg. So soll Creasing noch besser verhindert werden und durch die dicke Schicht tritt ein Brightening-Effekt ein. Leider ist Baking auch mit diesem Puder für mich keine Option, da meine Haut einfach viel zu trocken dafür ist. Ich kann euch nur erneut raten: wenn ihr trockene Haut habt (gerade unter den Augen), dann lasst das mit dem Baking bleiben. Eure trockene Haut wird noch schlimmer als vorher aussehen, wie die Wüste Gobi. Not cute!

Ganz normal aufgetragen ist es aber auch für trockene Haut ein wunderschönes Produkt, da es sehr, sehr fein gemahlen ist und sich ganz leicht auf der Haut anfühlt. Es mattiert meine Haut erstaunlich lange, nachpudern muss ich aber, bedingt durch meine schnell stark glänzende (man will ja nicht sagen "fettige") Stirn, im Laufe des Tages auch bei diesem Puder. Dabei ist die Haut nicht total abmattiert, sondern hat ein gewisses Strahlen und ein eher satiniertes Finish, wodurch sie tatsächlich leicht weichgezeichnet wirkt.
Ich glaube, es ist ziemlich unmöglich damit, ein "cakey" Ergebnis zu bekommen.



Für mich ist also der Hype absolut berechtigt! Ich möchte das Puder nicht mehr missen und bin so froh, dass ich es endlich bekommen habe! Aktuell ist es übrigens schon wieder ausverkauft, nur mal so am Rande (hey Douglas!!). Mein Liebling von Chanel hat seitdem starke Konkurrenz bekommen, auch wenn ich aus dem Stegreif nicht sagen könnte, welches von beiden nun mein Favorit wäre.
Ich weiß, 43 € lassen einen erst mal heftigst schlucken, aber ihr müsst die Menge, die ihr dafür bekommt, nämlich 29 g, mal in Relation zu der Menge eines normalen gepressten Puders setzen. Das MAC Mineralized Skinfinish kostet zB derzeit 33 € und enthalten sind 10 g. Nehmt das einmal mal 3. Aber auch wenn ich von einem höherpreisigen Drogeriepuder von sagen wir mal 8 € ausgehe - enthalten sind meist auch nur um die 10 g, you do the math.
Langer Rede kurzer Sinn: ich liebe das Puder und ich finde, es ist das Geld auch wert.

Habt ihr es vielleicht auch schon ausprobiert? Dann würde ich mich über eure Meinungen dazu sehr freuen. Wenn nicht: welches andere Puder benutzt ihr denn derzeit am liebsten?