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Buchreview : Girl on the train


Heute gibt es eine echte Premiere auf dem Blog, nämlich eine Buchrezension.
Ich weiß nicht, ob ich jemals groß erwähnt habe, dass ich unheimlich gerne lese und wenn ich mal in Fahrt bin, wirklich ein Buch nach dem anderen verschlingen kann, aber so ist es.
Girl On The Train* ist kein neues Buch, sondern schon eine ganze Weile auf dem Markt, aber ich habe es bis vor Kurzem gar nicht auf dem Schirm gehabt. Neulich habe ich aber durch Zufall mitbekommen, dass die Story jetzt bald in die Kinos kommen soll und dachte, dass ich mich nun aber wirklich mal beeilen muss! Wenn der Stoff verfilmt wird, sollte er ja eigentlich wirklich gut sein!

Die Story

Die Hauptfigur des Buches ist Rachel Watson, eine Alkoholikerin Anfang 30, die so tief unten ist, dass sie öfter nicht mehr und wenn, dann nur verschwommen weiß, was zwischen dem letzten Glas am Abend und dem Aufwachen am Morgen passiert ist.
Ihr Alkoholismus war mitunter der Grund, weshalb ihr ehemaliger Mann Tom sich von ihr abgewendet und eine Affaire mit einer anderen Frau angefangen hat. Er trennte sich von Rachel und nur zwei Tage später zog die neue Frau, Anna, in das gemeinsame Haus mit ein, das Haus, das Rachel so sehr geliebt hat. Kurz darauf erfährt Rachel von Annas Schwangerschaft, was sie natürlich noch tiefer in die Verzweiflung stürzt.

Dass ihr täglicher Zug nach London direkt hinter diesem Haus vorbeifährt, macht es ihr nicht einfacher. Der Zug muss genau an dieser Stelle wegen Signalstörungen oft halten und um zu vermeiden, Anna mit dem Baby zu sehen, fixiert Rachel sich auf ein anderes Haus in der Straße, in dem Megan und Scott wohnen, ein kinderloses Paar, die in Rachels Phantasien das perfekte Leben führen. Für Rachel sind sie ein glückliches Paar, es ist eine vollkommene Liebe, wie sie sie früher hatte, das Glück, das sie endgültig verloren hat. "Sie sind Tom und ich vor fünf Jahren."
Doch eines Tages macht sie eine schockierende Beobachtung, die sie völlig aus der Bahn wirft, denn das perfekte Glück bekommt einen Sprung.

Einige Tage später verschwindet die Megan spurlos und Rachel hat das Gefühl, jemandem ihre Beobachtung mitteilen zu müssen. Andererseits klafft da eine gewaltige Erinnerungslücke an den Abend des Verschwindens von Megan, denn Rachel war mal wieder hoffnungslos betrunken und kann sich nicht erklären, woher die blauen Flecken und die Platzwunde an ihrem Kopf kamen...
Dennoch geht sie nicht einfach nur zur Polizei, wie es wohl jeder andere vernünftige Mensch getan hätte. Nein, sie mischt sich persönlich ein und verstrickt sich immer mehr in ein Netz aus Lügen.

Ungewöhnliche Charaktere

Ich hatte am Anfang wirklich Probleme mit dem Buch, vor allem deshalb, weil Rachel ein so ungewöhnlicher Hauptcharakter ist. Normalerweise kann man sich immer irgendwie mit der Hauptperson identifizieren, aber zu Anfang stieß mich Rachel einfach nur ab. 
Im Laufe der Handlung empfand eine seltsame Ambivalenz zwischen Abscheu und Mitleid, je mehr ich von ihr las und über sie erfuhr, desto mehr konnte ich mich in sie hineinversetzen, ihre Verzweiflung verstehen. Und dennoch, und das mag vielleicht überheblich sein oder auch nicht, Rachel hat mich die meiste Zeit unendlich genervt. Absolut außerstande, sich selbst endlich mal den notwendigen Tritt in den Allerwertesten zu verpassen oder es zumindest mal zu versuchen, ergeht sie sich permanent in Gejammer und Selbstmitleid, obwohl die Trennung schon zwei oder gar drei Jahre her ist. Ihr Bedürfnis nach Anerkennung empfand ich als fürchterlich nervtötend, dass sie sich einfach nicht aus den Dingen, die sie einfach nichts angehen, raushalten kann, hat mich zur Weißglut gebracht. Man stelle sich einen solchen Menschen im Real Life vor.
Verständnis und Mitleid für ihre Situation und das was ihr im Leben geschehen ist, auf jeden Fall - aber gerade das zeigt uns das Buch doch ganz offensichtlich: niemandes Leben ist perfekt und wir haben alle unser Päckchen zu tragen.
Rachel will sich nützlich fühlen und redet sich selbst in ihren weingetränkten Nächten ein, dass sie anderen eine große Hilfe ist, ja, dass sie Trost spenden kann und für Menschen da sein kann.
Die Menschen in ihrer Umgebung empfinden sie jedoch eher als lästig, als bemitleidenswertes Geschöpf, das allen eigentlich unendlich auf die Nerven geht, mit dem man aber aufgrund seiner weitreichenden Probleme und labilen psychischen Verfassung nicht allzu ruppig umgehen darf.



Paula Hawkins bekommt es aber sogar tatsächlich hin, dass unterm Strich kein einziger Charakter in dem Buch wirklich sympathisch ist. Alle haben Charakterzüge, die sie niemals offen ausleben würden, aber ihre Gedankenwelt zeigt die Abgründe. Bei allen.
Nehmen wir zum Beispiel die beiden anderen Hauptcharaktere, Anna und Megan, die ebenfalls aus der Ich-Perspektive erzählen:

Anna, die neue Frau ist meiner Meinung nach gewissenlos und vollkommen egoistisch, aber der Gedanke an die Illusion ihres perfekten Lebens und ihres perfekten Mutterglücks lässt sie Dinge tun, die für mich so völlig unverständlich und abstrus sind, dass es mich vor allem gegen Ende wirklich anwidert und absolut schockiert.

Megan hat in ihrem Leben auch einige harte Schicksalsschläge verkraften müssen, was bei ihr aber dazu führte, dass sie keinen Halt in ihrem Leben finden kann, rastlos ist und unglücklich. Selbst ihren eigenen Mann schließt sie von ihrem Seelenleben aus, weil sie glaubt, ihr Geheimnis wäre zu schrecklich, um es überhaupt jemandem anvertrauen zu können. Eigentlich ist sie fürchterlich einsam und versucht so immer wieder, die Leere zu füllen...

Aber auch die Männer, selbst die kleine Nebenrolle von Rachels Mitbewohnerin Cathy, die auch nach den krassesten Eskapaden von Rachel nicht in der Lage ist, sie vor die Tür zu setzen und immer wieder einknickt, alle haben Macken, die zumindest mich tierisch nerven.

Der Clou an der Geschichte ist: jeder könnte ab einer gewissen Stelle im Buch für das Verschwinden von Megan verantwortlich sein. Vielleicht hat sie sich auch einfach aus dem Staub gemacht, um ein weiteres Mal vor ihren Problemen wegzulaufen?

Mein Fazit

Man darf nicht mit falschen Erwartungen an das Buch herangehen, was bei mir kein Problem war, denn ich hatte absolut keine Ahnung, um was es darin ging. 
Obwohl ich das Buch regelrecht verschlungen habe, nachdem die Geschichte Fahrt aufgenommen hatte, ist es kein Thriller. Es war für mich nicht schockierend, es lauern nicht auf jeder Seite neue atemberaubende Enthüllungen. Aber es ist düster und die Stimmung ist sehr bedrückend.
Aber die Charaktere, so abstoßend und nervtötend sie auch teilweise sind, haben mich in den Bann gezogen. Keiner ist so wie er scheint, es geht um Eifersucht, Affären und Lügen über Lügen.


Mich hat das Buch sehr zum Nachdenken gebracht.
Kennen wir jemanden eigentlich jemals richtig? Woher wissen wir, ob  jemand sich uns voll anvertraut und öffnet oder ob es doch Seiten gibt, die man lieber nicht preisgibt?
Ich bin der Meinung, dass wir alle uns irgendwie nach Idealen sehnen, dass wir Vorstellungen haben, die es in der Realität vielleicht niemals geben kann. Und natürlich versucht jeder, zumindest nach außen die beste Version seiner selbst zu sein.
Am Ende ist es jedoch so: du weißt niemals, was hinter geschlossenen Türen vorgeht. Die Person, die am lautesten lacht, ist doch oft die unglücklichste. Die Person, die oft so stark und unerschütterlich wirkt, wird nachts von Selbstzweifeln und Versagensängsten geplagt.
Vielleicht sollten wir das öfter mal im Hinterkopf behalten, wenn wir mal wieder denken: "Oh wie gut hat XY es doch..."


[ENTHÄLT AFFILIATE LINKS] 
Saskia
3 Comments
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Kommentare:

  1. Tolle Review. Ich fand das Buch auch sehr cool. LG, Andrea von mescaleraswelt.blogspot.de

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  2. Ein sehr schönes Review, danke dafür. Dieses Buch steht auch bereits auf meiner Leseliste, aber erst seit ich den Trailer zum Film gesehen habe. Manche Bücher gehen so unter, dass man erst darauf aufmerksam wird, wenn es einen Film dazu gibt.

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    1. Ja, genauso ging es mir auch und ich wollte es unbedingt lesen, bevor ich den Film schaue :D

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